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15. Sonntag im Jahreskreis (12. Juli)

Verschwenderisch

Das Gleich­nis vom Sämann

1 An jenem Tag ver­ließ Jesus das Haus und setz­te sich an das Ufer des Sees. 2 Da ver­sam­mel­te sich eine gro­ße Men­schen­men­ge um ihn. Er stieg des­halb in ein Boot und setz­te sich. Und alle Men­schen stan­den am Ufer. 3 Und er sprach lan­ge zu ihnen in Gleich­nis­sen. Er sag­te: Sie­he, ein Sämann ging hin­aus, um zu säen. 4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fra­ßen es. 5 Ein ande­rer Teil fiel auf fel­si­gen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erd­reich nicht tief war; 6 als aber die Son­ne hoch­stieg, wur­de die Saat ver­sengt und ver­dorr­te, weil sie kei­ne Wur­zeln hat­te. 7 Wie­der ein ande­rer Teil fiel in die Dor­nen und die Dor­nen wuch­sen und erstick­ten die Saat. 8 Ein ande­rer Teil aber fiel auf guten Boden und brach­te Frucht, teils hun­dert­fach, teils sech­zig­fach, teils drei­ßig­fach. 9 Wer Ohren hat, der höre! 10 Da tra­ten die Jün­ger zu ihm und sag­ten: War­um redest du zu ihnen in Gleich­nis­sen? 11 Er ant­wor­te­te ihnen: Euch ist es gege­ben, die Geheim­nis­se des Him­mel­reichs zu ver­ste­hen; ihnen aber ist es nicht gege­ben. 12 Denn wer hat, dem wird gege­ben und er wird im Über­fluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weg­ge­nom­men, was er hat. 13 Des­halb rede ich zu ihnen in Gleich­nis­sen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. 

14 An ihnen erfüllt sich das Pro­phe­ten­wort Jesa­jas: Hören sollt ihr, hören und doch nicht ver­ste­hen; sehen sollt ihr, sehen und doch nicht ein­se­hen. 15 Denn das Herz die­ses Vol­kes ist hart gewor­den. Mit ihren Ohren hören sie schwer und ihre Augen ver­schlie­ßen sie, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören und mit ihrem Her­zen nicht zur Ein­sicht kom­men und sich bekeh­ren und ich sie hei­le. 16 Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 17 Denn, amen, ich sage euch: Vie­le Pro­phe­ten und Gerech­te haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gese­hen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. 18 Ihr also, hört, was das Gleich­nis vom Sämann bedeutet. 

19 Zu jedem Men­schen, der das Wort vom Reich hört und es nicht ver­steht, kommt der Böse und nimmt weg, was die­sem Men­schen ins Herz gesät wur­de; bei die­sem ist der Samen auf den Weg gefal­len. 20 Auf fel­si­gen Boden ist der Samen bei dem gefal­len, der das Wort hört und sofort freu­dig auf­nimmt; 21 er hat aber kei­ne Wur­zeln, son­dern ist unbe­stän­dig; sobald er um des Wor­tes wil­len bedrängt oder ver­folgt wird, kommt er sofort zu Fall. 22 In die Dor­nen ist der Samen bei dem gefal­len, der das Wort hört, und die Sor­gen die­ser Welt und der trü­ge­ri­sche Reich­tum ersti­cken es und es bleibt ohne Frucht. 23 Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch ver­steht; er bringt Frucht – hun­dert­fach oder sech­zig­fach oder dreißigfach.

Mat­thä­us 13,123

Fürbitten

Gott schenkt uns immer wie­der neu sein lebens­spen­den­des Wort. Ihm dür­fen wir ver­trau­en und beten mit der gan­zen Schöp­fung und für Men­schen in beson­de­rer Not:

1. Wir beten für alle, die für demo­kra­ti­sche Wer­te ein­tre­ten und die Rech­te aller Men­schen ver­tei­di­gen – in Hong­kong und weltweit.

2. Für die Men­schen, die bei Pro­tes­ten in Ser­bi­en und Grie­chen­land von Aus­schrei­tun­gen betrof­fen sind. Für die Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker, die weit­rei­chen­de Ent­schei­dun­gen tref­fen müs­sen und dabei zu einem soli­da­ri­schen Mit­ein­an­der aufrufen.

3. Wir beten für alle, die in die­sen Tagen nach Erho­lung und Ruhe suchen: Für die Frau­en und Män­ner, die Jugend­li­chen und Kin­der, die Urlaub oder Feri­en machen. Und für die vie­len, die in die­ser Zeit arbei­ten müssen.

4. Wir beten für alle, die ver­zwei­felt sind und lei­den: für Men­schen, die an Leib und See­le erkrankt sind. Und für alle, die in die­ser Zeit kraft­los und vol­ler Angst sind.

5. Wir beten für die Men­schen in Län­dern und Regio­nen, in denen die Zah­len der Coro­na-Infek­tio­nen immer noch oder schon wie­der stei­gen – beson­ders in den armen Tei­len der Erde. Und für die vie­len in den rei­chen Län­dern, die wegen der Coro­na-Pan­de­mie um ihre Exis­tenz bangen.

6. Wir beten für alle Chris­ten und Chris­tin­nen, die im All­tag aus Got­tes Wort leben. Für Frau­en und Män­ner, die beruf­lich im Dienst der Ver­kün­di­gung ste­hen. Und für die Men­schen, denen die Fro­he Bot­schaft nichts mehr sagt.

7. Wir beten für die Men­schen, die bei den Unwet­tern in Japan alles ver­lo­ren haben – Eigen­tum und Gesund­heit und vie­le sogar das Leben. Und für alle, die bei Natur­ka­ta­stro­phen und Unglü­cken über­all auf der Welt Scha­den erlit­ten haben und erleiden.

Gott, du bist treu und stehst uns bei. Dafür dan­ken wir dir und prei­sen dich mit dei­nem Sohn Jesus Chris­tus, der in der Ein­heit des Hei­li­gen Geis­tes mit dir lebt und wirkt in Zeit und in Ewig­keit. Amen.

Andrea Schwind­ling, Völklingen