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2020 06 12 Brot brechen info-icon-20px flickr.com-libraryman

Meditation zum 11. Sonntag im Jahreskreis

Brot für die Seele

Foto: www​.flickr​.com/​p​h​o​t​o​s​/​l​i​b​r​a​ryman

Medi­ta­ti­ve Gedanken:

Das Evan­ge­li­um von den Men­schen, die wie Scha­fe ohne Hir­ten sind, und der Sor­ge von der gro­ßen Ern­te bei nur weni­gen Arbei­tern wird in kirch­li­chen Kon­tex­ten ger­ne mit Blick auf geist­li­che Beru­fun­gen und Seel­sor­ge ver­stan­den. Zu Recht! Denn in der Rede Jesu geht es wirk­lich um Seel­sor­ge – ein Wort, das Pati­na ange­setzt hat und nach Weih­rauch und Ver­seh­gang riecht. Aber so soll Seel­sor­ge nicht sein. Sie ist kei­ne Tech­nik, eine from­me schon gar nicht, son­dern zuerst eine Hal­tung, die bereits zu Beginn der Rede Jesu deut­lich bestimmt wird durch: sie waren müde und erschöpft“.

Für Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger muss das Augen­merk für Erschöpf­te und Ermat­te­te kenn­zeich­nend sein, die Sor­ge für die an Leib und See­le Geschun­de­nen, für die Müh­se­li­gen und Bela­de­nen: Sie sol­len kom­men und auf­ge­rich­tet wer­den. Wer den Geruch der Scha­fe“ (Papst Fran­zis­kus) nicht kennt, wer also nicht nahe bei den Men­schen ist, kann kaum etwas von Seel­sor­ge ver­ste­hen. Was Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­gern – mit und ohne Amt – Not tut, ist eine Schu­le des Sehens und des Mit­füh­lens. Gott selbst bleibt ja nicht in jen­sei­ti­ger Höhe und Erha­ben­heit, son­dern er ist bei der Zer­schla­ge­nen und Bedrück­ten, um ihren Geist wie­der auf­le­ben zu las­sen (vgl. Jesa­ja 57,15). In die­se Tra­di­ti­on stellt Jesus die Apos­tel, die ers­ten von ihm beru­fe­nen Seel­sor­ger; sie erhiel­ten den Auf­trag und die Befä­hi­gung, Lei­den zu hei­len. Das Him­mel­reich – so hören wir – bricht an, wenn Kran­ke geheilt, Tote auf­er­weckt, Aus­sät­zi­ge rein und das Teuf­li­sche aus den Gedan­ken, Wor­ten und Wer­ken des Men­schen aus­ge­trie­ben wird.

Dar­um geht es: Men­schen Brot rei­chen für Leib und See­le und sie nicht mit Fast­food und Süßig­kei­ten abzu­spei­sen, nicht mit noch so wohl­klin­gen­den Phra­sen und For­meln. Es sind vie­le Men­schen auch in unse­rer Zeit, die die­se Nah­rung wün­schen. Auch alle in der Seel­sor­ge benö­ti­gen die­ses hei­len­de und trös­ten­de, die­ses auf­rich­ten­de und bele­ben­de Wort: Brot für die See­le.
Dr. Wer­ner Höbsch