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2020 05 30 5351 original R by Dieter Schütz pixelio de

Meditation zum Pfingstsonntag

Neuer Anfang

Foto: Die­ter Schütz / pixelio​.de

Medi­ta­ti­ve Gedanken:

Das kommt vor: Ich kann etwas nicht wie­der gut machen, ich habe es ver­bockt. Gern wür­de ich die Uhr zurück­dre­hen. Kei­ne Chan­ce. Ich zie­he mich zurück, igel mich ein. Hät­te ich doch nur … 

So wer­den sich die Jün­ger gefühlt haben. Eine Woche nach Jesu Tod haben sie sich hin­ter ver­schlos­se­nen Türen ver­sam­melt. Zuletzt haben sie Jesus bei sei­ner Fest­nah­me im Gar­ten Get­se­ma­ni gese­hen und ihn schmäh­lich im Stich gelas­sen. Hin­ter ver­schlos­se­nen Türen den­ken sie an ihn, wie man an einen Toten denkt. 

Aber dann platzt er in die Dun­kel­heit ihrer abend­li­chen Ver­samm­lung, mit­ten hin­ein in ihre Angst und Mut­lo­sig­keit. Doch kei­ne Abrech­nung, kein Vor­wurf. Nur: Frie­de sei mit euch.“ Das ori­en­ta­li­sche Guten Tag” ist zugleich Bal­sam für ihre auf­ge­scheuch­ten See­len, für ihre Trau­er, für das schreck­li­che Gefühl, in einem ent­schei­den­den Augen­blick ver­sagt zu haben. Sie brau­chen eine Wei­le, bis sie ihn erken­nen. Mit den Wund­ma­len sei­nes Kreu­zes­to­des weist er sich aus. Und end­lich kön­nen sie sich freu­en. Ein zwei­tes Mal spricht Jesus ihnen Frie­den zu und gibt ihnen einen Auf­trag: Macht wei­ter, was Gott mit mir ange­fan­gen hat. Ich sen­de euch.“ Und er haucht sie an: Emp­fangt den hei­li­gen Geist.“ Das inti­me Anhau­chen erin­nert an den bibli­schen Bericht von der Erschaf­fung des Men­schen. Wie Got­tes Atem den Adam belebt, so haucht Jesus den vor Angst gelähm­ten Jün­gern sei­nen Geist ein. Er macht sie wie­der leben­dig, macht ihnen Bei­ne, schickt sie in die Welt hin­aus. Er sen­det sie mit der Ener­gie sei­nes Atems, der Got­tes Hei­li­ger Geist ist. Die­ser Geist macht leben­dig, das haben sie gera­de selbst erfah­ren. Ihre Trau­rig­keit hat sich in Freu­de gewan­delt. Jesus lebt. Der Tod ist nicht das Ende. Sei­ne Sen­dung wird wei­ter­ge­hen – durch sie. Ihr Ver­sa­gen bei der Ver­haf­tung Jesu ist ver­ge­ben. Das, was sie selbst erfah­ren haben, dür­fen und sol­len sie weitergeben. 

Die Uhr lässt sich nicht zurück­dre­hen. Aber dank Got­tes leben­dig machen­dem Geist ist auch in dunk­len Stun­den ein neu­er Anfang mög­lich. Und er beginnt mit dem Gruß: Frie­de sei mit euch.“

Chris­toph Spei­cher, Refe­rat Pas­to­ral­be­ra­tung, Bis­tum Münster